Wenn Jugendforscher mal wieder neue Erkenntnisse und Studien verwerten wollen, kann schnell die Lebenseinstellung einer neuen Generation als trendiger Buchstabe definiert werden. Nach X und Y sehen Forscher R.

Die kommende Generation: Laut Shell-Studie entspannt
Generation R bringt Gelassenheit mit (Foto: © Emilie / flickr - CC BY-SA 2.0)

In der sogenannten Shell-Studie werden alle drei bis vier Jahre Jugendliche zu Ihren Einstellungen Sorgen, Nöten, ihrem Selbstbild und vor allem nach den Erwartungen an die Zukunft befragt. Im Kontext zur diesjährigen Shell-Studie hat sich der Soziologe und Co-Autor der Studie Klaus Hurrlemann zu einem Vorab-Statement hinreissen lassen: Er ruft nun die Generation R aus. Die neue Generation der nach der Jahrtausendwende geborenen jungen Menschen ist wohl ganz auf Entspannungskurs: R, das steht für ‚relaxed‘. Die Generation der Zukunft hat wohl keine weltbewegende Krise oder ökonomischen Probleme in Sichtweite.

Gelassen und Interessiert: Die Generation R

Anders als die Tendenzen der Generationen X und Y, die uns Forscher in den Vorjahren darlegten, stehen wohl neuerdings alle Weichen auf Anspruch. Desinteresse, politische Verdrossenheit, Respektlosigkeit und Faulheit waren die Charakteristika die Wissenschaftler den Generationen in den vorangegangenen Studien attestierten. Laut aktueller Studie ist das nun vorbei. Die neue Generation R hat wohl durchaus klare Vorstellungen von Ihrem Leben, ist interessiert, motiviert etwas zu leisten und später erfolgreich zu werden. Gleichzeitig ist diese Generation wohl besonders entspannt und beginnt möglicherweise ein politisches Interesse nach Generationen von Politikverdrossenheit zu reaktivieren. Erstmals seit Jahren sieht sich die Jugend auch in der eigenen Perspektive gesamtgesellschaftlich überwiegend positiv. Rund 52 Prozent sehen die Gesamtentwicklung positiv, etwa 61 Prozent sogar die persönliche.

Die pragmatisch berufsorientierte Generation

Die überwiegende Mehrheit der Jugendlichen möchte etwas erreichen, vor allem beruflich. So wollen die meisten der neuen Generation R entweder voll in der Karriere durchstarten oder bodenständig bleiben. Beiden Typen sind jedoch geregelte Arbeitszeit und ein hohes Einkommen besonders wichtig. Einen Abwärtstrend in der Studie verzeichnet die Familienverbundenheit: Nur noch 57 Prozent der männlichen Befragten und etwa 70 Prozent der Teilnehmerinnen geben an, eine Familie zu brauchen. Ebenfalls geht der Wunsch nach eigenen Kindern nach einem leichten Hoch vor fünf Jahren wieder zurück. Ob die Zukunft der kommenden Generation wirklich so relaxed ist, wird sich aber noch zeigen.

 

Mit Material von welt.de