Müssen E-Bikes belächelt werden und sind nur für faule oder alte Radfahrer klasse? Oder haben sie nicht doch Vorzüge, die junge Radfahrer begeistern? Das Bild der elektrischen Velos hat sich in den letzten Jahren massiv gewandelt und immer mehr junge Menschen finden Begeisterung an den praktischen Gefährten. Immerhin erlauben sie euch mühelos lange Radtouren selbst im schweren Gelände. Die Fahrradtour zerrt nicht mehr so stark an den Kräften. Vor allem bieten E-Bikes diverse Möglichkeiten. Ihr könnt euch unterstützen lassen, wenn ihr es benötigt – oder aber ihr setzt vollständig auf die Beinarbeit. Was E-Bikes sonst so bieten und welche Bestimmungen es gibt, zeigt dieser Artikel.

Bergtour

Abbildung 1: E-Bikes gibt es mittlerweile auch für tolle Bergtouren.

Was macht E-Bikes besonders?

So unkompliziert ist das Fahren mit dem E-Bike nicht einmal. Viele Menschen unterschätzen den Umstieg auf die elektrische Variante und wissen nicht, dass es selbst bei diesen Gefährten Unterschiede gibt:

  • Pedelec – wenn ihr nicht nur Unterstützung sucht, sondern auf intelligente Technik steht, solltet ihr das Pedelec ausprobieren. Sich völlig faul zurücklehnen und praktisch fahren lassen, ist hier nicht möglich. Der Motor springt nämlich nur unterstützend ein und beginnt mit seiner Arbeit, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Der Motor ist mit Sensoren verbunden, die den Krafteinsatz des Fahrers messen und die Beschleunigung regeln. Gleichfalls gibt es Sicherheit. Denn sobald die Geschwindigkeit 25 Stundenkilometer beträgt, streikt der Motor und stellt seine Unterstützung ein. Ab dieser Geschwindigkeit heisst es, selbst und ganz allein in die Pedale zu treten und das Beste aus sich herauszuholen. Wer es schneller mag, aber doch auf die Anstrengung verzichten möchte, wählt ein S-Pedelec. Der Motor streikt erst bei 45 Stundenkilometern, zudem erlaubt er, sich ganz bequem durch die Gegend fahren zu lassen. Bis zu zwanzig Stundenkilometer schafft der Motor ganz ohne das unterstützende Strampeln.
  • E-Bikes – das E-Bike kann durchaus als Mofa in Form eines Fahrrads bezeichnet werden. Es fährt quasi allein, ganz ohne unterstützendes Strampeln. Der Motor wird über einen Schaltknopf an- oder abgeschaltet und bringt allerhöchstens 20 Stundenkilometer auf die Strecke. Für dieses Bike ist ein Mofaführerschein notwendig, auch gelten so einige Verkehrsbestimmungen für das E-Bike.

Besonders cool ist, dass die Bikes allgemein nicht in nur einer Form daherkommen. Es gibt klappbare Modelle, die bestens für Städte geeignet sind und bei Nichtgebrauch einfach zusammengeklappt werden. Endlich ist es einfacher, das Fahrrad in Bussen oder Bahnen mitzunehmen. Gleichzeitig gibt es tolle Designs, die euch als Jugendliche und junge Fahrer auch wirklich ansprechen. Altherrenfährräder sind die neuen Modelle nun wirklich nicht. Immerhin kommen sie liebend gerne in der Form von Mountainbikes daher und bieten so manchmal die beste Unterstützung auf schwierigen Strecken. Hier findet ihr eine grosse Auswahl an verschiedenen E-Bike-Modellen.

Was besonders toll ist? Lange Strecken werden dank des Motors zu einem Kinderspiel und selbst untrainierte Radfahrer kommen endlich in die Gelegenheit, Aufstiege mit einem Lachen im Gesicht zu schaffen. Zudem werden die elektrischen Gefährte immer schneller. Wenn ihr bislang einen riesigen Bogen um ein Fahrrad gemacht habt, weil ihr stets einen hochroten Kopf bekamt und beim Absteigen alles andere als sportlich, sondern eher wie ein Sack Kartoffeln mit Tomatenkopf aussaht, solltet ihr unbedingt umsteigen.

Interessante Touren mit dem E-Bike

Wenn es schon eine Unterstützung gibt und das Strampeln nicht den ganzen Willen fordert, die nächste Bank am Wegesrand mit weissen Fahnen angesteuert werden muss oder sich die Gedanken nur noch um das baldige Ende der Tortur drehen, können endlich mal längere und tolle Strecken ausprobiert werden. Die höchst »sportliche« Fahrradtour zum nächsten Supermarkt und zurück braucht zwar nicht aus dem Leben verschwinden, doch jetzt sind echte Touren angesagt. In der Schweiz gibt es so etliche Touren, für die nicht einmal ein eigenes Bike notwendig ist. An vielen Streckenabschnitten können Bikes gemietet werden – perfekt also für euch, wenn ihr noch die Ausgabe scheut:

  • Drei-Seen-Tour – Sommer, Sonne, Badezeit? Mit dem E-Bike lockt die Tour in den Regionen Murten und Erlach. Nicht nur wunderschöne Altstädte gibt es hier zu bewundern, die Radtour kann auch gleich mit einem Ausflug in den See verknüpft werden. Die Anforderungen sind leicht, fünfzig Kilometer umfasst die Route und wer zwischendurch Hunger – oder Durst – hat, findet so etliche Restaurants und Gaststätten am Wegesrand.
  • Creux-du-Van Tour – beginnend am Bahnhof Naraigue geht die Tour bis hin zu einem Naturwunder, das so wirklich niemand verpassen möchte. Und bei dieser Tour kommt der Motor des E-Bikes so richtig zum Einsatz. Denn die Tour führt bis hinauf auf den Creux-du-Van. Die Juralandschaft erstreckt sich vom Aussichtsplatz aus. Nicht nur für romantisch veranlagte Pärchen ist die Tour perfekt.
  • Tour de Berne – diese Tour zieht sich durch die Voralpen und startet am Bahnhof von Bern. Die Tour ist von unterschiedlichen Strecken geprägt und führt über Murni, bis hin zu Heimberg. Entlang der Aare geht ein grosser Teil des Weges. 59 Kilometer werden auf der Gesamtstrecke bewältigt, wobei trotz E-Bike ein wenig Kondition gefragt ist.
  • Appenzeller Route – hier kommt die Motorunterstützung wirklich zum Einsatz. Nicht aufgrund der Schwierigkeit, sondern aufgrund des gut gefüllten Magens. Nicht umsonst besitzt die Route den Beinahmen »kulinarisch«. Entlang des Weges gibt es unzählige Gasthäuser, die einfach nur angesteuert werden müssen. Das erste Gasthaus wartet bereits in Eggerstanden. Weiter geht es auf einen hochgelegenen Sammelplatz, der Ausblick auf Appenzell bietet. Und wieder geht es mit Speis und Trank weiter, denn in Schlatt warten die nächsten kulinarischen Köstlichkeiten. Insgesamt bewegt sich die Tour auf 47 Kilometern – immer mit Zwischenstopps in Gasthäusern.

E-Bike Frauen

Abbildung 2: Warum nicht mit einem E-Bike ein paar Runden drehen?

Fazit – ausprobieren, verlieben und endlich Fahrrad fahren

Das einstige Altherrenbike hat längst seinen spöttischen Namen verloren und begeistert schlichtweg jeden, der einmal auf ihm sass. Unbezwingbare Strecken werden zum Kinderspiel und die Kondition bleibt auch nicht auf der Strecke – egal, ob Ihr ein Pedelec oder ein E-Bike wählt. Der Motor lässt sich ganz einfach als Unterstützung nutzen und die höheren Geschwindigkeiten, bei denen dem Fahrer der Wind um die Ohren pfeift, sind auch für ungeübte Sportmuffel endlich zu erreichen. Aber Vorsicht: Gerade mit dem E-Pedelec lassen sich Geschwindigkeiten fahren, die sicherheitshalber mit einem Helm kombiniert werden sollten. Immerhin soll die Fahrt nicht im Krankenhaus enden.

Bildquellen:

Titelbild: © fotolia.com / Patrizia Tilly (#79591122)

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