Städtereisen im Winter sind eine phänomenale Idee. Die Hochsaison ist vorbei, die langen Warteschlangen verschwunden und die Preise haben sich auf einem saisonalen Tiefstand eingependelt. Selbst graue Wolken und kurze Tage können ihren ganz eigenen Charme haben. Oder noch besser, stellt euch die Ruhe von frischverschneiten Strassen und im Licht der Strassenlaternen tanzende Schneeflocken vor. Ist das nicht magisch?

Doch welche europäischen Metropolen eigenen sich besonders gut für eine winterliche Städtereise? Zum einen jene südeuropäischen Städte, die im Sommer total überlaufen sind. Dazu gehören zum Beispiel Barcelona, Lissabon und Rom. Dann natürlich die nordischen Städte wie Kopenhagen, Stockholm, Oslo und Helsinki, weil dort die Chance auf ein richtig vereistes Abenteuer am höchsten ist. Für Romantiker eignen sich dagegen die osteuropäischen Hauptstädte wie Prag oder Budapest. Gepunktet wird hier mit lauschigen Aussichtsplattformen auf Postkartenmotive. 

Für euch habe ich mir drei konkrete Städte ausgesucht. Da kommen sowohl Sonnenanbeter, Sparfüchse und Romantiker voll auf ihre Kosten. 

Budapest

Budapest-Blue-Hour-Kettenbruecke

Viele Wege führen in die ungarische Hauptstadt. Am Günstigsten ist es mit easyJet ab Basel, ökologischer dagegen die Anreise mit dem Nachtzug via Wien. Obwohl Ungarn ein EU-Mitgliedsstaat ist, hat das Land vorläufig noch seine eigene Währung. Als Vorbereitung empfiehlt sich daher, vorsorglich ein paar Schweizer Franken in Forint umzutauschen. Budapest ist eine Stadt der Gegensätze. Auf der einen Seite der Donau das flache Pest. Durchzogen von chicen Boulevards, die an die Champs-Élysées erinnern und angrenzenden leicht schmuddeligen Quartieren, versprüht dieser Stadtteil einen ganz eigenen Charme. Als Zwischenstärkung versorgt ihr euch entweder mit einem Lángos. Die ungarische Brotspezialität gibt es ab knapp 1 CHF. Oder ihr wärmt euch in der Espresso Embassy, einem beliebtem Studententreffpunkt mit einem Latte Macchiato auf. Der Kuchen ist hier übrigens auch nicht zu verachten. 

Frisch gestärkt, seid ihr nun bereit, die historische Kettenbrücke zu Budapest-Parlament-Donauüberqueren und das Budaer Burgviertel, einer der romantischsten Orte der Stadt, zu erkunden. Lässt die Standseilbahn links liegen und erklimmt den Hügel zu Fuss. Der Marsch hinauf dauert keine 10 Minuten und ihr könnt auch so die Kosten für die Bahn sparen. Die schönsten Aussichtspunkte auf dem Burgberg befinden sich auf der Palastterrasse direkt vor dem beeindruckenden Bauwerk des Burgpalasts und bei der Fischerbastei vor der Matthiaskirche. Und falls ihr ebenfalls so graue Tage wie ich erwischt, keine Bange! Während der sogenannten „Blue Hour“, die Zeit zwischen Sonnenuntergang und nächtlicher Dunkelheit, erstrahlt Budapest bei jedem Wetter im goldenen Lichterglanz. 

Na, tönt Budapest interessant? Noch mehr Infos zu Sehenswürdigkeiten, Museen und Essen für jedes Budget habe ich hier zusammengefasst. 

Helsinki

Helsinki-Design-Arabia

Helsinki im Winter bedeutet kurze Tage, eine zugefrorene Ostsee und verschneite Strassen. Sozusagen die Destination für das ultimative Wintererlebnis. Die kurzen Tage haben auch ihre Vorteile. Man kann zum Beispiel ohne schlechtes Gewissen ausschlafen. Es ist ja sowieso noch Dunkel draussen. Die finnische Hauptstadt rangiert zurzeit noch als kleiner Geheimtipp unter den europäischen Städtetrips. Helsinkis Stadtzentrum lässt sich problemlos zu Fuss erkunden. Als Startpunkt eignet sich der Marktplatz. Hier spürt man, wie Helsinki so tickt. Im angrenzenden Design District laden zahlreichen Designshops und Boutiquen zu einem Schaufensterbummel ein. Wem es zu kalt wird, der wärmt sich einfach in einem der hippen Cafés im Quartier wieder auf. Noch mehr Design gibt es etwas ausserhalb des Zentrums auf dem Industriegelände der Keramikfabrik Arabia. Während den letzten Jahren wurde das Areal zu einem modernen Stadtteil transformiert. Die wahren Schätze von Arabia sind die verschiedenen Kunstinstallationen im dahinterliegenden Wohngebiet am Ufer der Vantaa. Nicht zu verpassen ist zudem die unbestritten schönste Toiletten-Aussicht Helsinkis. Die gibt es nur für die Mädels unter uns und befindet sich in der Rooftop-Bar des Sokos Hotel Torni. Ganz Helsinki liegt einem von hier oben zu Füssen. 

Wer richtig garstiges Winterwetter mag, der wird sich auf Helsinki-MarktplatzSuomenlinna pudelwohl fühlen. Die sogenannte „Schwedenburg“ ist UNESCO Welterbe und liegt eine 20-minütige Schifffahrt vom Marktplatz entfernt in der Bucht von Helsinki. Die historische Anlage wird noch heute von rund 850 Menschen bewohnt. Einmal Wind und Wetter gnadenlos ausgesetzt rund um die Insel spaziert, stoppt man auf dem Rückweg beim Café Vanille für eine heisse Tasse Tee. 

Helsinki lässt sich übrigens perfekt mit einem Tagesausflug in die estnische Hauptstadt Tallinn verbinden. Die beiden Städte trennt nur 90 Kilometer eisiges Meer. Die Fährverbindung zwischen den beiden Städten verkehrt regelmässig. Früh raus, mit der ersten Fähre hinüber und nach einem Tag voller Eindrücke mit der letzten Fähre zurück nach Helsinki. 

Barcelona

Barcelona-Gaudi

Ok, ihr habt keine Lust auf eisige Luft und trübes Wetter. Wie wär’s mit einem Abstecher ins sonnige Barcelona? Perfekt, um dem kalten und grauen Mitteleuropa für kurze Zeit zu entfliehen und im sonnigen Spanien die Vitamin D Speicher wieder aufzufüllen. Mit einer Flugzeit von knappen zwei Stunden ab Zürich quasi nur ein Katzensprung entfernt. Übrigens, nebst der Swiss bedient die Billigflieger Airline Vueling die Strecke. Schnäppchen sind bei einem Preisvergleich also durchaus möglich. 

An der Rambla, die den Plaça de Catalunya mit dem Hafen Barcelona-Sonnenuntergang-el-Ravalverbindet, führt kein Weg vorbei. Sie bildet die Grenze zwischen dem gotischen Viertel Barri Gòtic und dem ehemaligen Hafenviertel el Raval. Die engen verwinkelten Gassen des Barri Gòtic sind ein Touristenmagnet. Hier hat die Stadtgeschichte von Barcelona begonnen. Ihr wollt aber lieber abseits der ausgetretenen Touristenpfade unterwegs sein? Pefekt! Schnappt euch bei Chök einen Krönut, eine Mischung aus Croissant und Donut, und biegt dann in das Hafenviertel el Raval ab. Raval ist eines der schrägsten Viertel Barcelonas und eine wahre Fundgrube für Liebhaber von Vintage Shops. Aber auch Sprayer und Skater kommen rund um das Museum für zeitgenössische Kunst (MACBA) voll auf ihre Kosten. 

Bevor ihr für eine Siesta zum weitläufigen Strand vor dem am Meer liegenden Stadtviertel Barceloneta spaziert, empfehle ich euch noch einen kurzen Abstecher in den Palau Güell. Barcelona ohne Gaudi – undenkbar, oder? Der Palau Güell ist ein Geheimtipp unter den Gaudi-Bauwerken und der Eintrittspreis beträgt die Hälfte vom Eintrittspreis zum weit bekannteren Casa Batlló. Gegen den Abend peilt ihr entweder den öffentlichen Teil des Park Güells oder die Dachterrasse vom Barceló Raval an. Beide Spots sind super, um die letzten Sonnenstrahlen so lange zu geniessen, bis auch der letzte Strahl hinter den Hügeln verschwunden ist. 

Mehr Tipps zu Barcelona? Hier gibt es alle Hotspots im Viertel el Raval im Überblick.