Was wäre das moderne Leben ohne kostenloses Musik-Streaming? Dem Lieblingskünstler auch ohne Albumkauf lauschen – das geht mit Anbietern wie Spotify. Dessen Freemium-Modell gefällt einem internationalen Musiklabel allerdings überhaupt nicht.

Musik-Streaming: Muss Spotify das kostenlose Angebot künftig einschränken?
Musik-Streaming – Musiklabel fordern Einschränkung kostenloser Angebote (Foto: © Sascha Kohlmann via Flickr CC BY-SA 2.0)

Wie man es auch dreht und wendet – es lässt sich nicht schön reden: Es ziehen dunkle Wolken auf am normalerweise babyblauen Himmel des kostenlosen Musik-Streamings. Grund hierfür ist das Musiklabel Universal. Anders als die vielen Millionen Nutzer des Streaming-Dienstes Spotify hält das Label nämlich nichts von dessen Freemium-Modell. Dieses läuft äußerst erfolgreich neben den bezahlten Abos und wird mittels Werbevermarktung finanziert. So kostet das Streaming den Freemium-User keinen Cent – bis jetzt. Gemeinsam mit anderen Plattenfirmen fordert Universal nun von Spotify, das kostenlose Angebot deutlich einzuschränken.

Vertragsverhandlungen entscheidend für Freemium-Zukunft?

Aktuell laufen die Vertragsverhandlungen zwischen dem schwedischen Streaming-Dienst und dem US-amerikanischen Label. Letzteres fordert Insiderberichten zufolge eine starke Einschränkung des Angebots für derzeit nicht-zahlende User. Universals Begründung: Jene Kunden müssten künftig deutlich schneller zu zahlenden Kunden werden. Schließlich könne ein durch Werbung finanzierter Musik-Player langfristig weder Investoren noch Künstler befriedigen.

Universal erhält Rückendeckung

Mit seiner Haltung steht der Player der Musikindustrie nicht alleine da: Andere Branchenkollegen von Universal wie etwa Music oder Sony Music stören sich ebenfalls am kostenlosen Musik-Streaming. Dementsprechend fordern auch sie eine deutliche Trennung von kostenlosen und kostenpflichtigen Angeboten. Wie genau diese Trennung aussehen könnte, steht für die Labels bereits fest: So könne man sich beispielsweise eine Einschränkung des Musik-Katalogs für nicht zahlende Kunden vorstellen. Ebenfalls denkbar wäre ein Radio mit einer zuvor festgelegten Songauswahl.

Spotify will an Freemium-Strategie festhalten

Doch keine Sorge, wenigstens einer hält noch zu den Fans des kostenlosen Musik-Streamings – Spotify selbst. Schließlich sei der Gratis-Zugang eine bedeutende Möglichkeit, langfristig zahlende User zu gewinnen. Darüber hinaus wirke sich das unbezahlte Streaming in keiner Weise auf die Einnahmen des Dienstes aus. Die Beliebtheit des Angebots gibt dem Portal recht: Seit Monaten steigen die Nutzerzahlen von Spotify kontinuierlich.

 

Mit Material von curved.de