In den nächsten Wochen präsentieren wir Euch das Auslandstagebuch über die Reiseabenteuer eines Studenten, der in seinen Semesterferien ans andere Ende der Welt reist, um dort fremde Länder und Kulturen "zu erforschen". Wir starten auf der Insel Oahu, Hawaii.

Laut einer Umfrage von 20minuten.ch liegt Hawaii auf Platz 1 der Traumdestinationen 2014. Wer den weiten Weg auf sich nimmt, wird mit tollem Wetter, äusserst offenen Menschen und einer neu gewonnenen Lockerheit belohnt. Nicht umsonst ist hang loose (dt. loslassen) zur Lebenshaltung der Hawaiianer geworden.

Anreise

In den ersten zwei Tagen war ich stets mit Jetlag konfrontiert. Ich bin über Toronto nach Honolulu geflogen. Zwei Zehnstünder im Flieger waren wahrhaftig eine Zerreissprobe und nach vier Filmen an Bord, wusste auch ich nicht mehr, wie ich die Zeit totschlagen sollte. Mein Vorschlag für Euch: Plant bei der Anreise lieber einen mehrtägigen Zwischenhalt irgendwo auf dem amerikanischen Festland ein.

Amerikanische Kultur

Obwohl ich im Vorfeld wusste, dass der Aloha-State, zu den 50 US-Bundesstaaten gehört, habe ich erst bei der Ankunft realisiert, wie amerikanisiert die Kultur auf der Hauptinsel Oahu eigentlich ist. Die polynesischen Hulatänzerinnen empfangen einen nur in Filmen mit Blumenkränzen und traditionellen Tänzen. In Honolulu prägen Hochhäuser mit Stadtapartments, sogenannte Condos, das Stadtbild und an den schachbrettartig angeordneten Strassen reihen sich unzählige Shoppingkomplexe aneinander. An sieben Tagen die Woche bis 23:00 Uhr sind die meisten Läden hier geöffnet. Mit bewusst halbleerem Koffer stattete ich verschiedenen amerikanischen Labels wie Forever21 und Urban Outfitters einen Besuch ab. Denn einheimische Brands sind oftmals am günstigsten!

Ecotourismus

Honolulu ist definitiv eine der grünsten Städte der USA. Mit nachhaltigen Tourismusprojekten wird bewusst ein Einklang von Natur und einheimischer Kultur aufgesucht. Der grosse Boom soll keinen Massentourismus anziehen, denn es gilt in erster Linie Naturreservoirs zu schützen. Das Wunderbare daran ist, dass man mitten in der Stadt unzählige Naherholungsorte findet und anstelle von Werbeflächen dominieren florierende Grünzonen das Stadtbild. Entlang des Ala Wai Boulevard drehen die Jogger früh morgens ihre Runden, während auf dem gleichnamigen Kanal die Kajakfahrer vorbeirudern und auf der gegenüberliegenden Seite Golf gespielt wird. Sehr positiv sind mir auch die sauberen Strassen aufgefallen: Jeden morgen wird fleissig gewischt und Strandabschnitte gänzlich von Abfällen befreit. Um den Rest der Insel zu erkunden, lohnt es sich, öffentliche Busse zu benutzen, denn das ÖV-Netz „TheBus“ führt umweltfreundlich quer durch die ganze Insel. Pro Fahrt zahlt man nur 2.50 Dollar, aber Achtung kein Wechselgeld!

Fremde Gastrokultur

Wer zum ersten Mal seinen Urlaub in Hawaii verbringt, wird schnell merken, dass die japanischen Touristen überall sind: Eigene Buslinien, die wie Schiffe aussehen und unzählige Japanrestaurants. Wer Sushi liebt, wird hier voll und ganz auf seine Kosten kommen. Im japanischen Lokal Marukame Udon beobachtet man wie Udonnudeln inhouse hergestellt werden. Dafür stehen die Gäste gern mal bis zu anderthalb Stunden draussen an. Selbst beim Frühstück in In-lokalen wie dem Heavenly gehört ein Anstehen von 20 Minuten zur Norm. Anscheinend haben sich die Besucher hier daran gewöhnt. Ich ziehe hingegen lieber weiter, und suche mir ein anderes Plätzchen. Reservieren kann man hier selten, da die Lokale stets voll sind.  Wer längere Zeit bleibt, sucht sich am besten für jeden Wochentag ein Stammlokal aus. Aliterationen spielen dabei eine entscheidende Rolle: Günstiges Bier am Military Monday, dem freien Tag der US Army, im irish Pub Kelly O’Neill oder gefüllte Tacos für je einen Dollar am Taco Tuesday im Waikiki Tavern.

Traumstrände: Waikiki, Fort DeRussy und Kailua

Ich war bereits an vielen Stränden, aber nur in Hawaii wird man weder von lästigen Ramschverkäufern, noch von illegalen Masseurinnen belästigt. Man kann unbekümmert Sonne tanken.  Waikiki Beach und Fort DeRussy Beach zählen zu den touristischeren Abschnitten in Oahu, da sie unmittelbar an den grossen Resorts liegen. Aber dafür gibt es viel Spass am Wasser: Surfen lernen, Stand-Up-Paddling ausprobieren oder Beachvolleyball spielen. Auf der anderen Inselseite in Kailua hingegen sieht man, wie die Locals wirklich leben. In abgeschiedener Ruhe geniesst man die Vorzüge des schönsten weissen Sandstrandes am Kailua Bay. Hier wo das Meer im strahlenden Türkis die Besucher zum Schnorcheln und Entspannen einlädt, findet man unter den Palmen, an einem Schattenplätzchen, absolute Ruhe und Gelassenheit – Hang loose eben.

Insiderinfos

  • Bei der Anreise längeren Zwischenhalt einplanen.
  • Immer genügend Münz bei sich haben (Busfahrt, Münzwaschautomaten, Trinkgeld, etc.).
  • Trinkgeld (ca. 15%) ist Pflicht in den USA und zeigt von wahrer Grösse!
  • Von den Hawaiianern kann man viel lernen (Toleranz gegenüber Obdachlosen, Hilfsbereitschaft gegenüber Touristen, höfliches Verhalten im Bus).
  • Honolulu ist ein teures Pflaster (Mietpreise vergleichbar mit Manhattan).
  • Informier dich über Weekdayspecials (Bsp. Taco Tuesday, Spin Saturdays u,ä., so lernst du auch Locals kennen).
  • Einige Reisebüros wie STA Travel bieten für Studenten besondere Tarife an, die man sonst nirgendwo online findet.