Sich mal eben aus dem Staub machen, ohne sich vorher zu verabschieden, ist vor allem auf Partys ein weit verbreitetes Phänomen. Hier kommen 5 Tipps, wie ihr einen astreinen „Polnischen“ hinlegt.

Wie ihr nen astreinen polnischen Abgang hinlegt
Einen polnischen Abgang hinzulegen, gehört auf Partys längst zum guten Ton. (Foto: © clownbusiness / Dollar Photo Club)

Ohne den anderen Partygästen Tschüs zu sagen zu verschwinden, ist im Deutschen gemeinhin bekannt als polnischer Abgang. In manchen Gegenden spricht man auch von einem französischen Abschied. Beide Nationen stehen jedoch völlig unbegründet Pate für diesen Ausdruck. Denn weder in Frankreich noch in Polen lebt man die Kultur des Nichtabschieds. Vielmehr werden Nationen willkürlich für die Bezeichnung dieses Phänomens herangezogen. Was im Deutschen der polnische Abgang ist, heisst in Polen genau wie in Frankreich englischer Abgang und in England französischer. Es machen sich also immer die anderen aus dem Staub.

Wann der Polnische unvermeidbar ist

Die Party ist gut, aber die Nacht war lang. Und wenn es am schönsten ist, soll man ja bekanntermassen gehen. Vielleicht war auch das letzte Bier zu viel. Die ewige Verabschiederei ist jedoch nichts, was man in diesem Zustand noch fertigbringt. Mitunter ist es auch einfach überflüssig, wir wollen ja schliesslich die gute Stimmung nicht versauen. Auf das hundertste „Waaaaas, du willst schon gehen?“ oder „Ach komm, noch ein Bier!“ können wir dankend verzichten. Denn seien wir doch mal ehrlich, in der Zeit, in der wir den Noch-Feierwütigen Lebewohl gesagt und das Gelalle unserer Freundin über deren Ex-Boyfriend von Anfang bis Ende über uns ergehen lassen haben, könnten wir schon längst einen Mitternachtssnack vertilgt haben und im Bett liegen. Der einfachste und schnellste Weg, das persönliche Ende der Partynacht einzuleiten, ist und bleibt also der polnische Abgang. Hier kommen 5 Tipps, wie ihr die nächste Feier garantiert unbemerkt verlasst:

#1: Schnell mal eine Kippe rauchen

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Auch wenn der Party-Raucher-Trick mehr als oldschool ist, versagt hat er wohl noch nie. Einfach ein Päckchen Zigaretten aus der Tasche holen, fast unmerklich mit dem Kopf in Richtung Tür nicken und hoffen, dass sich niemand der Raucherpause anschliesst. Bis der Rest gemerkt hast, dass ihr nicht mehr unter den Partygästen weilt, habt ihr euch schon längst aus dem Staub gemacht. Der Trick funktioniert natürlich nur, wenn ihr waschechte Raucher oder zumindest anerkannte Partyraucher seid. Andernfalls solltet ihr euch die Aktion sparen.

#2: Der rosarote Panther

Hot date

Ebenso beliebt und nicht minder erfolgreich: der Pink Panther. Schnappt euch eure Jacke und schleicht euch unbemerkt hinaus. Auf einer grossen Party wird es garantiert keiner bemerken. Kleiner Tipp am Rande: Guckt am besten niemanden an, da werdet ihr ganz bestimmt auch nicht gesehen. Und immer schön rückwärts bewegen, einen Schritt nach dem anderen. Unauffälliger kann die ganze Aktion gar nicht werden.

#3: Kurz was zu „essen“ holen

(Foto: ChequeredInk CC0 Public Domain / pixabay.com)
(Foto: ChequeredInk CC0 Public Domain / pixabay.com)

Unerlässlich bei diesem Trick: Dem besten Freund damit in den Ohren liegen, wie schlecht ihr euch fühlt. Nur so wirkt’s wirklich glaubwürdig. In einem Nebensatz lasst ihr dann ganz beiläufig fallen, dass ihr euch lieber fix was zu essen besorgt. Schliesslich soll die Party ja noch die ganze Nacht gehen. Und Tschüs!

#4: Kippt ordentlich einen oder tut wenigstens so

(Foto: cattalin CC0 Public Domain / pixabay.com)
(Foto: cattalin CC0 Public Domain / pixabay.com)

Wenn ihr den ganzen Abend eine Batterie an Gläsern vor euch stehen habt, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass die anderen bemerken, was ihr für einen Zug draufhabt. Bevor ihr so viel Schlagseite bekommt, dass ihr es nicht mehr durch den Türrahmen schafft, ist der richtige Zeitpunkt für den polnischen Abgang gekommen. Und wenn eure Freunde am folgenden Tag aufgeregt ein Lebenszeichen einfordern, ist ein Filmriss mehr als nachvollziehbar. Wahrscheinlich habt ihr den ganzen restlichen Abend einfach in einer Ecke gelegen und es ist keinem aufgefallen.

#5: Oberstes Schweigegebot

Damit der polnische Abgang auch wirklich gelingt, solltet ihr niemanden in eure Pläne einweihen. Lauft durch die Location und tut so, als hättet ihr die beste Zeit eures Lebens. So, wie ihr gerade die Tanzfläche rockt, würde niemand im Traum daran denken, dass ihr innerhalb der nächsten Stunde das Weite sucht. Und genau in dem Moment, in dem die Leute am wenigsten damit rechnen, macht ihr euch vom Acker. That’s it – zumindest meistens.
Dancing at Lit
Falls ihr eure Freunde doch nicht ganz im Dunkeln tappen lassen wollt über euren Verbleib, könnt ihr natürlich auch einen „Tschechischen“ machen, also einen angekündigten Polnischen. Wichtig hierbei: Es wird nur eine Person eingeweiht, die dann später alle anderen über eure Flucht in Kenntnis setzen kann. Sobald du mehreren Partygästen von deinem bevorstehenden Verschwinden erzählst, machst du irgendwie keinen Tschechischen mehr, sondern nur noch einen Abgang.

 

Mit Material von Zeit Online, zeitjung.de