Nach dem Verbot von Plastiktüten macht die französische Regierung nun nochmal Ernst im Kampf gegen den gefährlichen Kunststoff.

Frankreich setzt ein Zeichen für den Umweltschutz und verbietet Geschirr aus Plastik.
Weil Plastik kaum recycelt wird, landet es oft im Meer. (Screenshot via: instagram)

Bald wird es in Frankreich kein Plastikgeschirr mehr geben, nicht im Supermarkt und auch nicht am Sushi-Stand oder bei jeglichen Lieferdiensten. Im August wurde im Rahmen des „Energy Transition for Green Growth Act“ ein neues Gesetz verabschiedet, das ab dem Jahr 2020 landesweit den Verkauf von Plastikgeschirr verbietet. Schon seit Juli dieses Jahres sind in Frankreich Tüten aus Plastik verboten.

An diesem Gesetz ist nichts kontrovers

Das neue Gesetz ist, wie viele Medien berichten, umstritten. Wieso eigentlich? Weil wir zum Picknick keinen Rotwein mehr aus Plastikbechern trinken können und bei WG-Partys Porzellangeschirr verwenden müssen. Wirklich? Wir finden diese Einwände in Anbetracht der krassen Umweltverschmutzung und der mittlerweile merklichen Erderwärmung absolut lächerlich. Ausserdem heisst es noch lange nicht, dass es ohne Plastik kein wegwerfbares Geschirr mehr geben wird: Was ist mit Papiertellern, Papierbechern und Holzbesteck? Die machen auf der Gartenparty wenigstens auch optisch mehr her. Und ehrlich: So schlimm kann es auf der Firmenfeier nicht sein, wenn sich der Mitarbeiter seinen Kaviar mit Edelstahl-Besteck statt Plastik aufs Baguette schmiert.

Umweltschutz vor wirtschaftlichem Profit

Ein eher verständlicher Einwand ist natürlich wirtschaftlich bedingt: So behauptet der EU-Verband für Verpackungshersteller, dass das neue Gesetz gegen den freien Warenverkehr, ein Grundrecht des Binnenmarktes, verstösst. Zur Verteidigung kann man hier jedoch sagen, dass jeder Plastikgeschirr-Produzent bis 2020 Zeit hat, sich auf das Verbot einzustellen. Wie wäre es denn mit einer neuen Produktpalette Einmal-Geschirr aus wiederverwertbarer Pappe oder schickem Holz?

Ein Land, das jedes Jahr 4,7 Milliarden Plastebecher wegwirft und bis vor Kurzem 17 Milliarden Plastetüten verbraucht hat, geht konsequent dagegen vor. Da können wir nicht ernsthaft dagegen sein.

 

Mit Material von Bigstory.ap, businessinsider.de