Passwort vergessen? Gibt’s nicht mehr, wenn wir uns online mit unserem Gesicht oder unserem Fingerabdruck identifizieren können. MasterCard will das jetzt probieren.

MasterCard: Online-Rechnung mit Selfie bezahlen.
Bei MasterCard kann man vielleicht künftig mit Selfie statt Passwort bezahlen. (Screenshot via CNN Money)

Der Kreditkartenkonzern MasterCard tüftelt an sichereren Identifizierungsmöglichkeiten bei Zahlungsvorgängen online. Laut einem Bericht des amerikanischen Nachrichtensenders CNN will MasterCard dazu künftig Selfies und Fingerabdrücke nutzen, die über eine App die genaue Identifikation des Kunden ermöglichen. Die App soll zunächst an 500 Nutzern getestet werden.

Mehr Sicherheit durch direkte Personenerkennung

Kreditkarten sind super fürs Online-Shopping: Kartennummer, Ablaufdatum und Safety Code eingeben, schon ist das neue Kleid oder ein Flug bezahlt. Doch genau das macht sie auch gefährlich: Gerät sie bei Verlust in die falschen Hände, ist das Konto quasi verschenkt. MasterCard umgeht diese Gefahr mit der zusätzlichen Abfrage eines vorher festgelegten Passworts. Doch auch Passwörter garantieren bekanntlich keine einwandfreie Sicherheit: Wir vergessen sie und sie sind offenbar leicht zu hacken.

Statt eines Passworts, was am Ende jeder eingeben kann, der es besitzt, soll es nun also eine einzigartige und personenspezifische Erkennungsmethode sein. Die MasterCard-App fragt den Nutzer beim Zahlungsprozess zunächst nach der Bestätigung des Kaufbetrags. Dann kann er zwischen den Identifizierungsmethoden Foto und Fingerabdruck wählen. Für das Selfie soll der User einmal blinzeln, damit bei einem Betrugsversuch nicht einfach ein Portraitfoto verwendet werden kann. Der Fingerabdruck wird über den, in den neuesten iPhones und Samsung Galaxys im Home Button integrierten, Scan aufgezeichnet.

„Die neue Generation, die Selfies liebt – sie wird es cool finden“

So äusserte sich einer der MasterCard-Security-Chefs, Ajay Bhalla. Doch auch wenn die Methode innovativ erscheint und mit der digitalen Zeit geht, gibt es auch jede Menge Kritik: Problematisch ist wieder einmal die Gefährdung der Privatsphäre sowie höchst sensibler persönlicher Daten. MasterCard versichert jedoch, dass die App den Fingerabdruck und das Foto nicht direkt weiterleitet, sondern daraus einen Identifizierungscode erstellt, welcher dann an MasterCard selbst weitergegeben wird.

Doch letztendlich ist auch diese Methode nicht hundertprozentig sicher: Fingerabdrücke können auf hochauflösenden Fotos längst erkannt und nachgestellt werden; das Blinzel-Selfie lässt sich von hartnäckigen Betrügern ebenso auftreiben. Doch erstmal abwarten, wie Selfie statt Passwort beim Probelauf ankommt.

Mit Material von Spiegel online, CNN