Nachhaltigkeit wird im 21. Jahrhundert eigentlich grossgeschrieben. Trotzdem sind die Weltmeere durch Müll extrem verdreckt. Mit seinem Projekt „The Ocean Cleanup“ möchte Boyan Slat diesen Umstand ändern.

Nachhaltigkeit: Boyan Slat möchte mit seinem Projekt die Ozeane von Müll befreien
Boyan Slat kämpft für mehr Nachhaltigkeit – Und möchte die Weltmeere von Plastikmüll befreien (Screenshot via: theoceancleanup.com)

Der niederländische Boyan Slat hat vor gut zwei Jahren sein Studium des Raketenbaus zugunsten eines ganz bestimmten Projektes geschmissen, das für mehr Nachhaltigkeit wirbt: The Ocean Cleanup. Das Ziel des 20-Jährigen ist die Lösung eines der zentralen Probleme des 21. Jahrhunderts – er möchte die Weltmeere Stück für Stück vom Plastikmüll befreien. Seit der Gründung seines Unternehmens arbeitet Boyan Slat 7 Tage die Woche, jeweils rund 12 Stunden.

Wie Plastikmüll unsere Umwelt nachhaltig bedroht

Flaschen, Tüten, Bruchstücke, Kanister, Partikel, Fetzen: Jedes Jahr landen knapp 30 Millionen Tonnen Kunststoff in den Meeren und das schon seit geraumer Zeit. Ein nicht unerheblicher Teil dieses Mülls sammelt sich in fünf grossen Wirbeln, der grösste hiervon liegt im Nordpazifik und erstreckt sich über stolze 700’000 Quadratkilometer. Durch die Müllansammlungen sterben Millionen Fische und Vögel. Mit der Umwelt leidet darüber hinaus die Weltwirtschaft, die mittlerweile einen Schaden von 13 Milliarden US-Dollar jährlich verzeichnet. Von Nachhaltigkeit kann hier wohl absolut keine Rede mehr sein…

Nachhaltigkeit: Wie funktioniert The Ocean Cleanup?

Nach monatelanger Arbeit, zahlreichen Gesprächen und schlaflosen Nächten präsentierte Boyan Slat seine Idee schlussendlich bei einem Schülerwettbewerb. Anstatt Schiffe und Menschen den Müll in den Meeren sammeln zu lassen, möchte Slat die natürlichen Meeresströmungen nutzen und sich dem Plastik ein für alle Mal mit aufblasbaren Barrieren in den Weg stellen. So würde der Müll quasi von selbst an bestimmte Stellen gespült. Die Barrieren haben die Form eines V mit Fangarmen, die bis zu 50 Kilometer lang sind und wie eine Art Trichter zusammenlaufen. In der Spitze des Trichters saugt dann ein riesiges Gerät den Müll in einen Container, der alle sechs Wochen erneuert wird. Der Entwurf sieht ausserdem vor, dass die Barrieren alle 60 Meter durch Kunststoffseile im Meeresboden verankert werden. Vom Unterboden der Schwimmkörper hängt darüber hinaus ein zwei Meter breiter Vorhang, der den im Meer treibenden Müll filtert.

(Screenshot via: theoceancleanup.com)
(Screenshot via: theoceancleanup.com)

The Ocean Cleanup könnte schon 2020 an den Start gehen

Boyan Slat arbeitet mittlerweile mit einem Team von 30 festen Mitarbeitern und 120 Volontären an The Ocean Cleanup. Das grösste Problem ist derzeit die Finanzierung: Zwar konnte Slat schon einiges an Geld für das Nachhaltigkeits-Projekt sammeln, der Grossteil fehlt jedoch nach wie vor. Ein Prototyp soll im Herbst dieses Jahres vor der Küste Japans aufgestellt und zwei Jahre lang getestet werden. Funktioniert das Projekt, soll 2020 die erste grosse Anlage an den Start gehen. Daumen hoch! Alle Infos zu The Ocean Cleanup bekommt ihr in diesem Video:

 

Mit Material von upworthy.com, zeit.de