Von Flip-Flops bis Gummistiefel und von ruhiger Indie-Musik über Punk bis hin zu Hip-Hop und Elektro – alles war mit dabei am diesjährigen Openair St. Gallen.

Am 29. Juni 2017 war das Sittertobel in St. Gallen wieder in Besitz der Openair St. Gallen Fans und Besucher. Die Zeltstadt wie immer aufgebaut und teils in Hanglage um die Bühnen herum, welche ein breites Programm musikalisches Angebot versprachen. Auch das Wetter bot alles an, was sich nur anbieten konnte – von warm bis kalt, Sonnenschein bis zu heftigen Regenschauern und von kurzen Hosen und Tops bis hin zum Winterpulli mit langen Hosen und Termo-Unterwäsche.

Der Donnerstagabend wurde auf der Sternenbüne von den Indie-Rockern von Louis Berry aus Liverpool eröffnet. Gefolgt von der Österreichischen Pop-Sensation Wanda, welche die Stimmbänder der Festivalbesucher an dem Abend schon mal mit ihren Mitsingsongs einwärmten. Zum Abschluss heizte die DJ Formation aus Deutschland Alle Farben dem Publikum ein und testete deren Tanzvermögen. Neben dem Programm auf der Sternenbühne mit den drei Bands, gab es auch diverse Live-Acts und Newcomer auf der Plaza Bühne oder der Startrampe, welche vor der grossen Sitterbühne aufgebaut war zu entdecken – wie zum Beispiel Crimer, Catalyst oder Samuelito. Weiter legten im berühmt-berüchtigten Bacardi Dome auch verschiedene DJs auf.

Der Freitag bot ein sehr abwechslungsreiches Programm mit einem grossen Highlight am Abend mit den (Alt-) Punkrockern von den Toten Hosen an. Auch begeisterten die US-Rockcombo Cage The Elefant, Bilderbuch aus Österreich, der Englische Singer-Songwriter George Ezra und das Französische Electronica-Duo Justice mit ihrer Show auf der Sitterbühne. Auf der Sternenbühne gab es derweil die Englischen Indie-Rocker von Glass Animals oder die Bündner Hip-Hop Combo Breitbild anzuhören und anzusehen. Wer sich dazwischen verköstigen wollte, konnte dies mit einem breiten Angebot in der Food-Strasse machen. Auch gab es im „Künstlerviertel“ respektive dem Design-Corner vieles zu entdecken, von wirklicher Kunst aus dem Vorkurs St. Gallen bis hin zur kaufbarer Mode von zum Beispiel Fizzen oder Stockberg. Das absolute Highlight an diesem Tag war mit Sicherheit der Auftritt der Alt-Punk-Rocker von den Toten Hosen – obwohl sich hier das Wort Alt nicht auf die Show der Deutschen Band schliessen lässt. Von vorne bis hinten gab es fast kein Platz mehr zum Durchkommen bei der Sitterbühne und wohl alle Tagesbesucher und Festivalbewohner waren hier vor Ort. Trotz dem einsetzenden Regen, welcher fast bis zum Schluss des Auftritts anhielt, nahm nichts von der Stimmung weg. Die Toten Hosen begeistern mit ihren Songs nach wie vor Jung und Alt und animieren zum Mitsingen vom ersten bis zum letzten Lied – wie „Alles Aus Liebe“, „Alex“, „10 Kleine Jägermeister“ oder auch „Pushed Again“. Singen, Grölen, Tanzen, Hüpfen und auch Bengalos waren zu hören und zu sehen. Campino und Co lieferten hier wieder eine top Show ab und hinterliessen nur Begeisterung bei den Zuschauern.

Der lange Samstag bot ebenfalls ein abwechslungsreiches Programm und eine durchmischte Wetterkombination von sonnig bis regnerisch und wärmeren Abschnitten bis zu kälteren Momenten. Auf den Bühnen gab es eine Volle Ladung Musik mit unter anderem der Schweizer Rock-Sensation Pablo Infernal, welche das Sitterbühne Programm eröffneten, der Schweizer Pop-Band Pegasus, der Amerikanischen Sängerin Beth Dito, der britischen Alternative-Folk-Band aus Leeds Alt-J, den Indie-Rockern aus dem Süden Londons von Bastille oder auch die Hamburger Hip-Hopper von Beginner übernahmen das Ruder vor der Sitterbühne. Unter dem Sternenbühnen-Zelt gaben sich Acts wie der Schweizer Rapper Manillio aus Solothurn, der Dänische Musiker Trentmoller oder das Schweizer Super-Trio Trust, bestehend aus den Musikern Stress, Gabriel Spahni von Pegasus und Evelinn Trouble das Mikro in die Hand. Auch die Frauen-Power von der Britischen Post-Punk Band Savages begeisterten das Sternenbühnenpublikum mit ihrer Show-Einlage.

Der Sonntag bot hier auch ein vielversprechendes Programm mit etwas melancholischem Touch von der Musik bis zur Wettersituation, welche am heutigen Tag fast nur aus Regen bestand – welches dann auch die einen oder anderen Festivalstadtbewohner zum früheren Abbau ihrer Behausung animierten. Nichts desto trotz bot das Musikalische Line-Up eine bunte Abwechslung von den Mundartmusikern von Pätschwörk über den Schweizer Rapper aus Biel und Youngster Nemo, dem britischen Singer-Songwriter Passenger, die Neuseeländische Musikerin Lorde, den Schottischen Rockern von Buffy Clyro oder dem gutaussehenden Britischen Frauenschwarm mit Italienischen Wurzeln Jack Savoretti. Ein Sonntagsprogramm für die ganze Familie und für fast jeden Geschmack etwas dabei.

Eine ausgewogene und erfolgreiche Festival-Portion auch in diesem Jahr aus dem Sittertobel. Wir freuen uns schon auf das Openair St. Gallen 2018 und dürfen mit Sicherheit auch wieder auf das Line-Up gespannt sein.