Kratom war für an Lupus und Rheuma erkrankte Menschen bis dato der Retter in der Not. Die US-Regierung ist sich nun jedoch einig, dass die Pflanze eigentlich verboten gehört.

Die Kratom-Pflanze fällt ab sofort unter das Betäubungsmittelgesetz – Doch was hat es mit der Pflanze wirklich auf sich?
Kratom: Eine heilende Pflanze oder ein gefährliches Rauschmittel? (Foto: © ninoninos / Adobe Stock)

Sollen Schmerzen, die durch schwere Muskel- und Knochenerkrankungen hervorgerufen werden, gelindert werden, lautet die Empfehlung von Medizinern häufig: Opiate! Dass Opiate jedoch unheimlich teuer sind und obendrein noch süchtig machen, weiss der betroffene Patient oft nicht – kein Wunder also, dass der anschliessende Besuch in der Apotheke des Vertrauens oft zum bösen Erwachen wird. Eine günstigere und ebenso wirkungsvolle Variante finden immer mehr Patienten in der Kratom-Pflanze, die etwas weniger aggressiv wirkt, als Opiate. Das Problem im Hinblick auf das Mittel: Die US-Regierung hat es kürzlich für erkrankte Menschen illegal gemacht.

Bei Risiken und Nebenwirkungen…

In Zukunft steht Kratom also neben Ecstasy, Crack und Co. auf der Liste der verbotenen Substanzen – und das obwohl mehr als die Hälfte der US-Bürger noch nie von der aus Asien stammenden Pflanze gehört hat. Die Drug Enforcement Administration, kurz DEA, hat bereits im August ihre Bedenken bezüglich Kratom geäussert und gleichzeitig verlauten lassen, dass der Konsum des Mittels im Hinblick auf die Gesundheit ziemlich bedenklich sei: Neben langfristigen Erkrankungen an den Atemwegen könne der Konsum von Kratom einen Verlust der Libido hervorrufen.

Kratom blickt auf eine eigentlich positive Historie zurück

Trotz der (nicht überall bekannten) Risiken, wurde Kratom in Südostasien über Jahre hinweg als Schmerzkiller und Muskelrelaxans genutzt. Und auch Erfahrungsberichte aus den USA belegen, dass Kratom einigen Patienten enorm geholfen hat – ganz im Gegensatz zu vielen Opiaten, die im Endeffekt nichts anderes getan haben, als süchtig zu machen. Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass sich US-amerikanische Kratom-Konsumenten zusammengesetzt haben, um gegen die Aufnahme der Substanz in das Betäubungsmittelgesetz zu kämpfen. Unter dem Hashtag #IAmKratom erzählen Konsumenten von ihren Erfahrungen mit dem Mittel und dessen Vorteilen im Bereich der Medizin.

Und wie geht es weiter mit Kratom?

Der übermässige Konsum von Opiaten kostet die USA etwa 55 Milliarden US-Dollar pro Jahr. 78 Menschen pro Tag sterben dort an den Nachwirkungen von Opiaten. Mediziner und Wissenschaftler nehmen das Verbot von Kratom aktuell zwar hin, können sich jedoch trotzdem vorstellen, dass das Mittel irgendwann eine Art Aufschwung erleben wird – vor allem im medizinischen Gebrauch. Eine Substanz, die sicherer und wirkungsvoller ist als Opiate, könnte endlich dazu beitragen, den Missbrauch von illegalen Drogen ein wenig einzudämmen.

 

Mit Material von vocativ.com