Vor vier Jahren hackten Unbekannte den E-Mail- und Facebook-Account der attraktiven Blondine Emma Holten und verbreiteten Nacktfotos von ihr im Internet.

Welche böse Überraschung die schwedische Journalistin Emma Holten eines Oktober Morgens im Jahre 2011 erwartet, ahnt sie am Abend zuvor noch nicht: Bei dem Versuch, sich in ihre E-Mail- und Facebook-Accounts einzuloggen, muss sie feststellen, dass selbige von Unbekannten gehackt wurden. Was diese Hacks nach sich zogen, dürfte die attraktive Blondine noch mehr geschockt haben: Nur wenige Stunden später konnte sie Nacktbilder von sich selbst überall im Internet bestaunen. Ihr E-Mail-Postfach füllte sich binnen weniger Tage, Fragen wie „Wissen deine Eltern, dass du eine Hure bist?“ und Drohungen à la „Wenn du mir nicht noch mehr Nacktbilder schickst, sende ich die vorhandenen an deinen jetzigen Arbeitgeber“ dominieren seitdem ihren Alltag.

Wut über die Ignoranz von Männern

Emma Holten wird noch heute, 5 Jahre nach dem Nacktbilder-Vorfall, von unsittlichen Kommentaren und Mails überhäuft. Laut eigenen Aussagen handele es sich bei den Autoren ausschliesslich um Männer der verschiedensten Altersstufen. Auf ihrem Blog beschreibt Emma ausführlich, was ihr 2011 durch den Kopf ging, schliesslich ging sie zu der Zeit noch zur Schule und konnte sich dementsprechend nicht vor demütigenden Kommentaren durch männliche Mitschüler retten. Besonders wütend ist die Schwedin noch heute über die Tatsache, dass ausnahmslos alle Männer wussten, dass sie ihre Nacktbilder nicht freiwillig ins Netz stellte – und sie trotzdem anpöbelten.

Emma Holten: Vom Objekt zum Subjekt durch originelle Gegenwehr

Für Emma Holten stellen das Hacking und dessen verheerende persönliche Folgen einen gravierenden Teil der Frauenverachtung im Internet dar. Dass auf zahlreichen Webseiten die Zustimmung der Betroffenen zur Veröffentlichung von intimen Bildern fehlt, sei ihr schon des Öfteren aufgefallen. Genau aus diesem Grund setzt die Schwedin zur originellen Gegenwehr an: Von einer professionellen Fotografin lässt sich Emma erneut ablichten – zwar immer noch nackt, aber dafür in selbstgewählten Posen. Die Aufnahmen veröffentlicht sie auf ihrem Blog und setzt damit ein entscheidendes Zeichen, dessen Zauberwort „Zustimmung“ lautet.

Video von Emma via YouTube-Kanal von The Guardian
(Warnung: Video enthält Nacktheit)

Mit Material von lead-digital.de, theguardian.com, hystericalfeminisms.com/consent/