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In der ORF-Fernsehsendung „9 Plätze – 9 Schätze“ wurden 2015 der Formarinsee und die Rote Wand zum „schönsten Platz Österreichs“ gekürt. Geht man dem Geheimnis etwas näher auf die Spur, versteht und spürt man auch, weshalb.

Auf 1.793 Meter Seehöhe liegt der intensiv leuchtende See im Lechquellengebirge in Vorarlberg. Er gilt als Juwel in den Bergen und unter den Hochgebirgsseen. Nimmt man dies wörtlich, so müsste er der Farbe nach eine Mischung aus den geschliffenen Steinen Aquamarin, Türkis, Topas und Saphir sein, manchmal mit ein paar Körnern Smaragd vermischt. Je nach Stimmung.

Der See ist nicht nur Erholungsort, sondern auch Ausgangspunkt des Lechwegs oder für eine Tour auf die 2 km entfernte Rote Wand, die ihn so majestätisch überragt. Jedes Jahr bildet sich der Formarinsee als Sammelbecken des Schmelzwassers neu. 15,9 Hektar leuchtendes Spiel mit Farbe und Licht.

Zum See gehört der Fels

Die Rote Wand ist mit 2.704 Metern „nur“ zweithöchster Berg im Lechquellengebirge, aber bei weitem der Markanteste. Woher der Name kommt, wird beim ersten Anblick klar. Roter Lias-Kalk zieht sich durch die Südwand, der hohe Eisengehalt des Gesteins resultiert in einer Rotfärbung, die der Wand einen sehr eigenen, auffälligen Charakter verleiht.

1867 wurde die Rote Wand erstmals bestiegen, mittlerweile ist sie bei geübten und vor allem schwindelfreien (!) Berggehern ein beliebtes Ziel für eine Tagestour.

Auf die harte Tour

Mit ihrem wuchtigen Aufbau überragt die Rote Wand nicht nur alle Berge im Umkreis, sie weiß zu faszinieren. Für eine Besteigung braucht man jedoch trockenen Untergrund, eine stabile und verlässliche Wetterlage, absolute Schwindelfreiheit sowie Trittsicherheit. Ist einer der Faktoren nicht gegeben, wird dringend von einem solchen Vorhaben abgeraten. Passt jedoch alles zusammen kann daraus eine unvergessliche Tour werden!

Start ist beim Formarinsee, unmarkierte Pfade führen durch Grashänge, die den Ausblick auf den See immer schöner werden lassen. Bei einer Rast am Sattel der Roten Furka lassen sich meist Steinböcke beobachten – wohl dem, der ein Fernglas mitbringt! Von dort setzt man entlang der Westflanke zu einer mehr als halben Umrundung des Massivs an, bevor es über die Gratschneide aufwärts geht. Oben präsentiert sich der kleine noch verbleibende Gletscherrest der Nordseite, bevor es steil und sehr ausgesetzt am Grat Richtung Gipfel geht. Die Mühen werden belohnt durch eine Aussicht, die ihresgleichen sucht. Berg heil!

Vorsicht ist nochmals beim Abstieg geboten, der Schiefer kann sehr rutschig sein! Krönender Abschluss der Tour für Kälteresistente ist ein Bad im Formarinsee, bevor es mit dem Lecher Ortsbus zurück Richtung besiedelter Gebiete geht.

 

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