Seit dem Pariser Attentat auf die Satirezeitschrift Charlie Hebdo flossen über zwanzig Millionen Euro in dessen Haushaltskasse. Doch wem gehört das ganze Geld eigentlich?

Charlie Hebdo – Redaktion zettelt Streit wegen Mehreinnahmen an
Charlie Hebdo: Streit um die Mehreinnahmen nach dem Attentat (Foto: © thierry ehrmann – via Flickr CC BY-SA 2.0)

Wir erinnern uns alle an die grauenhaften Bilder, die sich uns am 7. Januar 2015 boten: Zwei Mitglieder der islamistisch motivierten Terrorgruppe Al-Qaida stürmten die Redaktion der französischen Satirezeitschrift Charlie Hebdo, töteten elf Mitarbeiter und liessen mehrere weitere Menschen schwer verletzt zurück. Knapp zwei Monate sind seit dem Anschlag vergangen und derzeit wird heiss darüber diskutiert, wem die 22 Millionen Euro gehören, die Charlie Hebdo seit der Tat als Mehreinnahmen verzeichnen kann.

Charlie Hebdo – wem gehört das Geld?

Die Mitarbeiter der Satirezeitschrift Charlie Hebdo sind sich uneinig darüber, wie sich die Besitzverhältnisse der 22 Millionen Euro Mehreinnahmen seit dem Terroranschlag aufteilen, und debattieren derzeit mit Management und Erben über dessen Verteilung. Die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete kürzlich, dass elf Mitarbeiter der Redaktion in einer Auseinandersetzung mit dem Management forderten, dass das Geld gleichmässig auf alle Angestellten aufgeteilt wird. Vierzig Prozent des Magazins gehören derzeit den Eltern des Chefredakteurs Stéphane Charbonnier, der bei dem Attentat ums Leben kam, weitere vierzig Prozent hält Cartoonist Laurent Sourisseau und die verbleibenden zwanzig Prozent der Manager von Charlie Hebdo,Eric Portheault.

Charlie Hebdo: Bisher keine Einigung

Mit einer verkauften Auflage von 30’000 Exemplaren stand die Satirezeitschrift Charlie Hebdo vor dem Terroranschlag noch knapp vor dem finanziellen Ruin. Die erste Ausgabe nach dem Attentat verkaufte sich jedoch millionenfach und katapultierte die Zeitschrift damit wieder zurück in den Wettbewerb. Zahlreiche Spenden, die den Familien der Opfer des Attentats zugutekommen sollten, richten laut dem Anwalt des aktuellen Managements aufgrund der derzeitigen Debatte mehr Schaden als Nutzen an. Noch ist eine Einigung über die endgültige Aufteilung der zusätzlichen Einnahmen nicht abzusehen.

 

Mit Material von faz.net