Ob mit Freunden oder allein – nach stressigen Prüfungszeiten bekommt man auf Reisen endlich wieder den Kopf frei. Dabei haben beide Reisevarianten so ihre Vor- und Nachteile.

Auch beim Reisen gibt es Steppenwölfe und Rudeltiere
Vor dem Reisen steht häufig die Frage: Allein oder zu zweit? (Foto: © narstudio / Dollar Photo Club)

Erst die nicht enden wollende Abiturphase, dann jedes Semester Klausuren an der Uni: Wochenlanges Campieren in der Bibliothek, nächtliches Durchlernen und die Panik vorm Verschlafen am Morgen der Prüfung können einen schon ordentlich mitnehmen. Gehören das stressige Schreiben und lästige Taschenrechnergetippe dann endlich der Vergangenheit an, haben wir uns eine Belohnung mehr als verdient. Und wie kann man die Ferienzeit besser nutzen, als die Taschen zu packen und auf Reisen mal so richtig abzuschalten. Fragt sich nur: Lieber Single-Trip? Oder doch eher mit Freunden einen Roadtrip durch Amerika planen?

Gemeinsame Reisen mit Partnern und Freunden häufiger als Single-Trips

Allein im vergangenen Jahr wurden laut den Ergebnissen der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) etwa 70 Millionen Reisen angetreten. Doch nur zwölf Prozent der Reisenden wagten einen Single-Trip. Hoch im Kurs steht hingegen das Reisen zu zweit. So gehen immerhin 69 Prozent mit einer zweiten Person auf Abenteuersuche, während die restlichen 19 Prozent Gruppenurlaube bevorzugen. Doch so ungleichgewichtet diese Verteilung erscheint: Sowohl für das Allein-Reisen als auch für den Gruppentrip haben die jeweiligen Fürsprecher überzeugende Argumente parat.

Single-Reisende – unabhängig, aber einsam?

Fragt man Single-Trip-Anhänger, warum allein zu verreisen so viel besser als ein Urlaub zu zweit ist, nennen sie meist zuerst, dass so die Selbstständigkeit gefördert würde. Und dann noch die Unabhängigkeit. Wer alleine unterwegs ist, muss niemandem Rechenschaft ablegen und kann alles tun, wonach ihm der Sinn steht. Und zwar genau dann, wenn ihm danach ist. Aber, wendet da schnell der Gruppenreisen-Fan ein: Ist man mit Freunden unterwegs, läuft man nicht Gefahr, sich einsam zu fühlen. Ausserdem kann auch immer jemand auf den Rucksack aufpassen, wenn man mal aufs Klo verschwinden muss. Allerdings ist man auch weniger geneigt, neue Menschen kennen zu lernen, wenn man zu zweit oder mit Freunden unterwegs ist. Alleinreisende wiederum leben immer mit der Sorge, ob sie denn auch wirklich Anschluss finden. Und auch der Anfangs-Smalltalk mit anderen Reisenden und die immer gleichen Fragen nach der Herkunft, der bisherigen Reiseroute und dem beruflichen Status, die beim ersten Kennenlernen unvermeidbar sind, können schnell lästig werden. Schlussendlich haben wohl beide Reisearten etwas für sich. Ob ihr nun lieber allein verreist oder in Gruppen in die Ferne zieht, hängt einzig und allein davon ab, welche Art Reisende ihr seid. Während Rudeltiere Wert darauf legen, auch auf Reisen ein Stück Heimat dabei zu haben, und daher gern mit Freunden und Bekannten reisen, ist der Steppenwolf unter den Reisenden tendenziell ein Eigenbrötler, für den Unabhängigkeit und Freiheit schwerer wiegen als vertraute Gesellschaft.

Mit Material von zeitjung.de