Die Abschiedsmail, wie sie in vielen Unternehmen erwartet wird, hat schon so manch einem Angestellten Kopfzerbrechen und schlaflose Nächte bereitet.

Ob Kündigung durch die Geschäftsführung oder freiwilliger Abgang – eine Abschiedsmail an die (in den meisten Fällen) geschätzten Kollegen sollte definitiv drin sein. Der eine Mitarbeiter macht in besagter Mail seiner Frustration Luft, der andere nutzt selbige, um Lobeshymnen auf das Team auszusprechen und sich von Herzen für die Zusammenarbeit zu bedanken. Bereits die Betreffzeile der Abschiedsmail gibt in vielen Fällen Auskunft über die Wesenszüge der betroffenen Person: Sagt diese stilvoll „adieu“, oder drückt sie ihren Unmut gegenüber Firma und Kollegen mit den Worten „Auf nimmer Wiedersehen“ aus?

Abschiedsmail ist Formsache

Zum guten Ton gehört die Abschiedsmail in Unternehmen schon seit langer Zeit – zumindest in solchen, wo der Arbeitsplatz weitgehend digitalisiert ist. Inhaltlich variiert sie jedoch von Mitarbeiter zu Mitarbeiter stark. Ob es in Ordnung ist, die Abschiedsmail als Ventil für Ärger und Wut zu missbrauchen, ist hingegen immer schon umstritten. Zugegeben, manchen Kollegen weint man eher hinterher als anderen: Die Karrierefrau, die sich mit ausgestreckten Ellbogen durch den Arbeitstag gekämpft hat, ohne nach links und rechts zu schauen, kann die Belegschaft leichter ziehen lassen, als den liebenswerten Komiker, der für jedes noch so kleine Wehwehchen ein offenes Ohr hatte und den Kollegen mit Rat und Tat zur Seite stand.

Abschiedsmail: Ich bin dann mal weg!

Ist die Abschiedsmail tatsächlich DIE Chance, endlich einmal Bilanz zu ziehen oder gar mit Chef und Kollegen abzurechnen? „Gefeuert werden kann man ja eh nicht mehr“, werden sich vielleicht manche von euch denken. Wir sagen dazu ganz klar „Nein“. Mit einer Hass-Mail geht zwar jeder in die Firmengeschichte ein, diese kann aber der eigenen Reputation schaden und das ganz gewaltig. Wir raten euch im Falle einer Kündigung vor allem eines: Steht darüber! Wiedersehen müsst ihr das Team eh nicht mehr. Es sei denn, ihr möchtet unbedingt…

 

Mit Material von sueddeutsche.de